Selbstständige tragen das Risiko der Berufsunfähigkeit in aller Regel allein: Es gibt kein Gehalt, das im Krankheitsfall weiterläuft, und meist auch keinen gesetzlichen Schutz, der danach einspringt. Ob und in welcher Höhe eine Berufsunfähigkeitsversicherung nötig ist, zeigt erst eine nüchterne Bestandsaufnahme: der vorhandenen Ansprüche, des tatsächlichen Bedarfs und der Bedingungen, die zur eigenen Tätigkeit passen.
Die DIN 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ ordnet die Absicherung der Arbeitskraft nach Haftpflicht- und Krankenversicherung den existenziellen Risiken zu. Für Selbstständige wiegt das besonders schwer, weil mit ihrer Arbeitskraft oft auch der Betrieb steht und fällt. Die allgemeinen Schritte beschreibt unsere Bedarfsermittlung; hier geht es um die Besonderheiten für Selbstständige.
Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Selbstständigen sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und erfüllen deshalb die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente nicht.
- Pflichtversicherte Selbstständige wie Handwerker in den ersten 18 Jahren, selbstständige Lehrer oder Hebammen können einen Anspruch haben; Maßstab ist dann aber jede Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht der eigene Beruf.
- Der Bedarf ergibt sich nicht aus einem Gehalt, sondern aus den Privatentnahmen – also aus dem, was Sie dem Betrieb für Lebenshaltung, Kranken- und Pflegeversicherung und Altersvorsorge entnehmen.
- Laufende Betriebsausgaben deckt eine Berufsunfähigkeitsrente nicht; sie ist für den privaten Lebensunterhalt bestimmt.
- Bei Selbstständigen kann die Umorganisationsklausel über die Leistung entscheiden; gute Tarife verzichten für kleine Betriebe oder Akademiker darauf.
- Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die Rente bei steigendem Gewinn ohne neue Gesundheitsprüfung anzuheben; Anlässe, Fristen und Grenzen legt jeder Tarif selbst fest.
Definition: Was bedeutet Berufsunfähigkeit für Selbstständige?
Berufsunfähig ist nach § 172 Abs. 2 VVG, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Gute Tarife leisten ab einem Grad von 50 %; wann genau, regeln die Anspruchsgrundlagen im nächsten Abschnitt.
Für Selbstständige stellen viele Bedingungen eine zweite Frage: Kann die versicherte Person ihren Betrieb zumutbar so umorganisieren, dass sie trotz der gesundheitlichen Einschränkung weiter tätig bleibt? Erst wenn auch das nicht möglich ist, liegt Berufsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen vor.
Wann die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige zahlt: drei Anspruchsgrundlagen
Gute Tarife kennen zwei Wege zur Rente, die Anspruchsgrundlagen. Mit einer AU-Klausel kommt ein dritter hinzu.
- Anspruchsgrundlage 1 – Prognose: Ärzte bestätigen nachvollziehbar, dass Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 % nicht ausüben können. Dann wird von Beginn an geleistet. Typisch ist das bei einer Krebserkrankung, wenn Chemotherapie oder Bestrahlung notwendig werden.
- Anspruchsgrundlage 2 – Rückschau: Lässt sich anfangs keine Prognose stellen, genügt es, dass Sie sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 % berufsunfähig waren und der Zustand danach andauert – sei es auch nur einen Tag. Dann zahlt der Versicherer rückwirkend ab dem ersten Tag. Das betrifft oft psychische Erkrankungen und derzeit viele Selbstständige mit ME/CFS nach Long-COVID, bei denen niemand vorhersagen kann, wie die Krankheit verläuft und wie lange sie dauert.
- Anspruchsgrundlage 3 – AU-Klausel („gelber Schein“): Ist sie vereinbart, zahlt der Versicherer schon bei längerer Krankschreibung, meist ab sechs Monaten und zeitlich begrenzt, bis über die Berufsunfähigkeit entschieden ist. Für Selbstständige ohne Lohnfortzahlung kann das die Zeit bis zur Entscheidung überbrücken. Wir empfehlen sie grundsätzlich, solange der Mehrbeitrag angemessen bleibt. Wer ein privates Krankentagegeld hat, braucht für die AU-Klausel immer die Zustimmung seines Krankentagegeldversicherers, weil dort das Bereicherungsverbot gilt.
Viele Selbstständige sind privat krankenversichert. Dort endet das Krankentagegeld bei Eintritt der Berufsunfähigkeit meist nach einer Übergangsfrist von drei bis sechs Monaten; die BU-Rente muss nahtlos anschließen. Gesetzlich Krankenversicherte mit Anspruch auf Krankengeld erhalten die BU-Rente dagegen zusätzlich zum Krankengeld.
Gesetzlicher Schutz: Warum er für Selbstständige meist fehlt
Eine Rente wegen Erwerbsminderung nach § 43 SGB VI setzt die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren (§ 50 SGB VI) und mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus. Freiwillige Beiträge zählen zwar für die Wartezeit, erfüllen die zweite Voraussetzung aber nicht. Wer aus einer Anstellung in die Selbstständigkeit wechselt und nicht pflichtversichert ist, verliert den Schutz deshalb in der Regel nach gut zwei Jahren.
Selbst wenn ein Anspruch besteht, schützt er nicht den Beruf. Maßstab ist jede Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt: Wer dort weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, erhält die volle Rente, wer drei bis unter sechs Stunden schafft, die halbe. Berufsschutz haben nach § 240 SGB VI nur noch Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind.
Pflichtversicherte Selbstständige
Pflichtversichert sind nach § 2 SGB VI unter anderem:
- Handwerker, die in die Handwerksrolle eingetragen sind; sie können sich nach 18 Jahren Pflichtbeiträgen befreien lassen,
- selbstständige Lehrer und Erzieher,
- Hebammen,
- Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse,
- Selbstständige, die auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind und keine versicherungspflichtigen Mitarbeiter beschäftigen.
Auch für pflichtversicherte Selbstständige ist die Erwerbsminderungsrente nur eine Basis ohne Berufsschutz. Ihre Höhe steht in der jährlichen Renteninformation, die Versicherte ab 27 Jahren mit mindestens fünf Jahren Beitragszeiten erhalten – sehen Sie dort auf jeden Fall nach. Ausgewiesen ist dort nur die volle Erwerbsminderungsrente; die halbe beträgt die Hälfte davon. Wer sich als Handwerker nach 18 Jahren befreien lässt, verliert den gesetzlichen Anspruch in der Regel nach gut zwei Jahren.
Unser Rat: Prüfen Sie Ihren Versicherungsverlauf bei der Deutschen Rentenversicherung: Sind alle Zeiten ab Ihrem 16. Geburtstag so erfasst, wie sie tatsächlich waren – Ausbildungszeiten als Ausbildung, Schul- und Studienzeiten, Wehr- oder Zivildienst, frühere Beschäftigungen? Schul- und Studienzeiten ab dem 17. Geburtstag zählen als Anrechnungszeiten, und die einzelnen Zeiten werden unterschiedlich bewertet. Fehlt etwas oder ist es falsch zugeordnet, beantragen Sie eine Kontenklärung. Auch Kindererziehungszeiten – drei Jahre je Kind, das ab 1992 geboren ist – sind Pflichtbeitragszeiten und können die Voraussetzungen vorübergehend erfüllen.
Berufsständische Versorgungswerke
Freiberufler in verkammerten Berufen wie Ärzte, Architekten oder Rechtsanwälte sind in der Regel Pflichtmitglied eines berufsständischen Versorgungswerks. Es zahlt bei Berufsunfähigkeit eine Rente, in der Regel aber nur, wenn die berufliche Tätigkeit vollständig aufgegeben wird – bei teilweiser Berufsunfähigkeit nicht. Höhe und Voraussetzungen regelt jede Satzung selbst – erfragen Sie beides bei Ihrem Versorgungswerk. Einen Überblick gibt die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV).
Versorgung über die eigene Gesellschaft
Selbstständige, die als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder AG tätig sind, können Berufsunfähigkeitsschutz auch über eine betriebliche Altersversorgung der eigenen Gesellschaft vereinbaren, teilweise mit vereinfachter Risikoprüfung.
Bedarf ermitteln: Privatentnahmen statt Gehalt
Selbstständige haben anders als Angestellte kein Nettogehalt, an dem sich der Bedarf ablesen ließe, und ihr Gewinn schwankt oft von Jahr zu Jahr. Maßgeblich ist deshalb, was Sie tatsächlich zum Leben brauchen und dem Betrieb dafür entnehmen.
Privatentnahmen sind die Beträge, die Inhaber eines Einzelunternehmens oder Gesellschafter einer Personengesellschaft für private Zwecke aus dem Betrieb entnehmen. Sie zeigen besser als der Gewinn, welchen Lebensstandard eine Berufsunfähigkeitsrente sichern müsste. Bei Gesellschafter-Geschäftsführern einer GmbH treten Geschäftsführergehalt und Ausschüttungen an ihre Stelle.
So gehen Sie vor:
- Durchschnitt bilden: Werten Sie die Privatentnahmen mehrerer Jahre aus, etwa aus Gewinnermittlung oder betriebswirtschaftlicher Auswertung, damit ein einzelnes gutes oder schwaches Jahr das Bild nicht verzerrt.
- Laufende Privatausgaben prüfen: Miete oder Kreditrate, Lebenshaltung, Versicherungen und Kosten für Kinder bleiben auch bei Berufsunfähigkeit.
- Kranken- und Pflegeversicherung einrechnen: Selbstständige zahlen ihre Beiträge allein, und diese laufen im Leistungsfall weiter.
- Altersvorsorge mitdenken: Wer berufsunfähig ist, kann nicht mehr für das Alter sparen. Die Rente sollte auch die Vorsorgebeiträge tragen, soweit Ihre Verträge keine Beitragsbefreiung vorsehen.
- Bestehende Ansprüche abziehen: Erwerbsminderungsrente – nach DIN 77230 nur die halbe, also die Hälfte des Betrags, den Ihre Renteninformation als volle Erwerbsminderungsrente ausweist –, Versorgungswerk, betriebliche Versorgung und Einkünfte, die ohne Ihre Arbeitskraft weiterfließen, etwa aus Vermietung.
Ob Sie nach DIN 77230 den finanziellen Grundbedarf oder den Lebensstandard absichern, ist eine Abwägung zwischen Schutz und Beitrag. Die versicherbare Rente begrenzen die Versicherer nach dem Einkommen, häufig auf 60 bis 80 % des Bruttoeinkommens; für Selbstständige gilt dafür in der Regel der Gewinn vor Steuern. Vereinbaren Sie die Rente möglichst bis Alter 67, damit keine Lücke bis zum regulären Rentenalter bleibt – mehr dazu unter Laufzeit.
Betriebsausgaben laufen weiter
Miete für Geschäftsräume, Leasingraten, Löhne, Kredite und betriebliche Versicherungen fallen auch an, wenn Sie selbst nicht arbeiten können. Eine Berufsunfähigkeitsrente ist dafür nicht gedacht: Sie sichert Ihr persönliches Einkommen, und die Versicherer bemessen die versicherbare Höhe danach – nicht nach den Kosten des Betriebs.
Für den vorübergehenden Ausfall gibt es eigene Lösungen. Weil Selbstständige keine Lohnfortzahlung erhalten, überbrückt ein Krankentagegeld die Zeit der Arbeitsunfähigkeit. Laufende Betriebskosten kann eine Betriebsunterbrechungs- oder Praxisausfallversicherung tragen, sofern sie den krankheitsbedingten Ausfall des Inhabers einschließt. Beides ergänzt die Berufsunfähigkeitsversicherung, ersetzt sie aber nicht.
Wie Krankentagegeld, AU-Klausel und BU-Rente zusammenspielen, erklären wir ausführlich unter Leistungen.
Umorganisationsklausel: Worauf Selbstständige achten sollten
Umorganisationsklausel nennt man die Regelung, nach der ein Versicherer bei Selbstständigen prüft, ob sie ihren Betrieb so umgestalten können, dass sie trotz gesundheitlicher Einschränkung weiter tätig bleiben – etwa indem sie Aufgaben an Mitarbeiter abgeben oder Arbeitsabläufe ändern. Ist eine zumutbare Umorganisation möglich, besteht kein Anspruch auf die Rente, auch wenn der bisherige Arbeitsalltag nicht mehr zu bewältigen ist.
Marktübliche Bedingungen begrenzen, was zumutbar ist. Verlangt werden kann eine Umorganisation dort in der Regel nur, wenn sie
- betrieblich sinnvoll ist und keinen erheblichen Kapitaleinsatz erfordert,
- keine auf Dauer ins Gewicht fallende Einkommenseinbuße verursacht,
- Ihnen eine Tätigkeit lässt, die Ihrer bisherigen Stellung im Betrieb entspricht.
Gute Tarife verzichten ganz auf die Prüfung einer Umorganisation, etwa für kleine Betriebe oder für Akademiker. Die Schwellen, zum Beispiel die Zahl der Mitarbeiter oder den Anteil kaufmännischer Tätigkeit, legt jeder Tarif selbst fest. Für Selbstständige ohne Mitarbeiter ist eine Umorganisation oft kaum möglich; je größer der Betrieb, desto stärker kommt es auf diese Klausel an.
Unser Rat: Halten Sie fest, wie Ihr Arbeitsalltag heute aussieht: welche Aufgaben Sie selbst erledigen, mit welchem Zeitanteil, wie viele Mitarbeiter Sie beschäftigen und was diese übernehmen könnten. Eine solche Tätigkeitsbeschreibung in Form eines durchschnittlichen Stundenplans ist im Leistungsfall die Grundlage, auf der Berufsunfähigkeit und Umorganisation geprüft werden.
Einkommen und Tätigkeit nachweisen
Im Antrag verlangen Versicherer je nach Rentenhöhe Einkommensnachweise, etwa Steuerbescheide oder Gewinnermittlungen; wer gerade gründet, sollte vorab klären, welche Unterlagen anerkannt werden. Außerdem fragen die Anträge nach Berufsstatus, Zahl der Mitarbeiter, Personalverantwortung und den Anteilen von Büro-, körperlicher und Reisetätigkeit. Diese Angaben bestimmen den Beitrag und gehören zu den Fragen, die Sie nach § 19 VVG vollständig und richtig beantworten müssen.
Im Leistungsfall kommt es nicht auf den Einkommensverlust an, sondern auf die Tätigkeit: Die Versicherung zahlt die vereinbarte Rente, ohne dass Selbstständige einen Verdienstausfall belegen müssen. Nachzuweisen ist aber, wie der Beruf vor der Erkrankung ausgestaltet war und in welchem Umfang er nicht mehr ausgeübt werden kann. Prüft der Versicherer eine Umorganisation, zählt auch die Einkommensentwicklung. Bewahren Sie Jahresabschlüsse, Steuerbescheide und Unterlagen zur Arbeitsorganisation deshalb sorgfältig auf.
Nachversicherung: wenn der Gewinn steigt
Viele Selbstständige beginnen mit einem niedrigen Gewinn, der später wächst. Eine vereinbarte Rente lässt sich aber nur mit erneuter Gesundheitsprüfung erhöhen – es sei denn, der Vertrag enthält eine Nachversicherungsgarantie.
Nachversicherungsgarantie heißt: Bei bestimmten Anlässen können Sie die Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Übliche Anlässe sind etwa Heirat, Geburt eines Kindes oder ein Einkommenssprung. Für Selbstständige zählt, ob der Tarif auch eine Gewinnsteigerung oder die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit als Anlass anerkennt und wie die Steigerung nachzuweisen ist. Fristen und Höchstgrenzen unterscheiden sich je Tarif; mehr dazu unter Nachversicherungsoption.
Gegen die Geldentwertung helfen zwei weitere Bausteine: Vor dem Leistungsfall erhöht eine Beitragsdynamik Beitrag und Rente regelmäßig ohne Gesundheitsprüfung. Nach Eintritt des Versicherungsfalls wirkt eine Rentensteigerung im Leistungsfall (Leistungsdynamik) – garantiert mit einem fest vereinbarten Prozentsatz oder nur versprochen aus Überschüssen und damit in der Höhe nicht garantiert.
Vertragsform: Risiko und Sparen trennen
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich als eigenständiger Vertrag abschließen oder mit einer Risikolebensversicherung, einer Kapitallebensversicherung, einer privaten Rentenversicherung, einer fondsgebundenen Rentenversicherung oder einer Basisrente verbinden. Bei den sparenden Varianten ist der Schutz an einen Sparvorgang gekoppelt.
Unser Rat: Schließen Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung als eigenständigen Vertrag ab. Eine Zusatzversicherung hängt am Hauptvertrag; wird dieser gekündigt oder beitragsfrei gestellt, ist in der Regel auch der Schutz betroffen. Gerade Selbstständige mit schwankenden Einkünften sollten das Sparen anpassen können, ohne die Absicherung zu gefährden. Zudem wäre es Zufall, wenn der beste Anbieter für die Berufsunfähigkeit auch das beste Angebot zum Sparen hätte.
Risikoprüfung: erst anonym anfragen, dann beantragen
Bei den Gesundheitsfragen gelten für Selbstständige dieselben Regeln wie für alle: Anzugeben ist, wonach der Versicherer in Textform fragt (siehe Antragsfragen). Bevor ein Antrag mit Ihrem Namen gestellt wird, klären wir die Annahme über eine anonyme Risikovoranfrage – ein Verfahren, das Helge Kühl Anfang der 2000er Jahre entwickelt hat. Welche Mindeststandards die Bedingungen erfüllen sollten, zeigen unsere Auswahlkriterien.
Häufige Fragen zur BU für Selbstständige
Haben Selbstständige Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente?
In der Regel nicht. Der Anspruch setzt drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus, und die meisten Selbstständigen sind nicht pflichtversichert. Ausnahmen sind etwa Handwerker in den ersten 18 Jahren, selbstständige Lehrer oder Hebammen; auch für sie zählt jede Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht der eigene Beruf.
Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung auch die Betriebskosten?
Nein. Die Rente ist für den privaten Lebensunterhalt bestimmt und wird nach dem persönlichen Einkommen bemessen. Laufende Kosten des Betriebs bei einem vorübergehenden Ausfall kann eine Betriebsunterbrechungsversicherung tragen, die den Ausfall des Inhabers einschließt.
Was bedeutet eine Umorganisationsklausel im Leistungsfall?
Der Versicherer prüft dann, ob Sie Ihren Betrieb zumutbar umgestalten und so weiterarbeiten können. Zumutbar ist das in marktüblichen Bedingungen nur ohne erheblichen Kapitaleinsatz, ohne dauerhaft ins Gewicht fallende Einkommenseinbuße und mit einer Tätigkeit, die Ihrer Stellung entspricht. Gute Tarife verzichten für kleine Betriebe oder Akademiker ganz darauf.
Müssen Selbstständige im Leistungsfall einen Verdienstausfall nachweisen?
Nein. Die Versicherung zahlt die vereinbarte Rente, wenn die Voraussetzungen der Bedingungen erfüllt sind. Nachzuweisen ist, wie der Beruf vor der Erkrankung ausgestaltet war und wie stark die Einschränkung ist.
Kann ich die Rente erhöhen, wenn mein Gewinn steigt?
Ja, wenn Ihr Tarif eine Nachversicherungsgarantie enthält, die eine Gewinnsteigerung als Anlass anerkennt. Eine neue Gesundheitsprüfung ist dann nicht nötig; Fristen, Höchstgrenzen und Nachweise unterscheiden sich je Tarif.
Ihr nächster Schritt
Mit unserer Angebotsanforderung zur Berufsunfähigkeitsversicherung nennen Sie uns Ihre Tätigkeit, die gewünschte Rente und die Laufzeit. Sie erhalten einen Beitrags- und Leistungsvergleich von zunächst drei bis fünf empfehlenswerten Anbietern, deren Bedingungen zu Ihrer Selbstständigkeit passen; danach folgt die anonyme Risikovoranfrage. Als Versicherungsmakler erhalten wir bei Abschluss eine Courtage vom Versicherer – für Sie entstehen keine gesonderten Kosten, und Ihr Beitrag ändert sich dadurch nicht.
© 2026 Helge Kühl und Kollegen eG. Fachlich verantwortlich: Helge Kühl. Stand: Oktober 2026.

