Berufsunfähigkeitsversicherung per anonymer Risikovoranfrage

Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall wirft eine zentrale Frage auf:

Wer sichert die laufenden Einnahmen dauerhaft ab?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zählt für nahezu alle Erwerbstätigen zu den existenziellen Absicherungen. Nach der DIN 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ gehört sie nach Kranken- und Haftpflichtversicherung zu den wichtigsten Vorsorgeinstrumenten.

Unser strukturierter Beratungsprozess

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte nicht isoliert beantragt werden. Sie folgt einem klaren, systematischen Ablauf.

1. Bedarfsermittlung

Zunächst wird der individuelle Absicherungsbedarf unter Berücksichtigung der Vorgaben der DIN 77230 analysiert:

  • Höhe der notwendigen BU-Rente bei Absicherung des finanziellen Grundbedarfs oder bei Absicherung des Lebensstandards

  • Laufzeit

  • finanzielle Risikotragfähigkeit

Erst wenn der tatsächliche Bedarf definiert ist, beginnt die Marktanalyse.

2. Markt- und Bedingungsanalyse

Nicht jeder Tarif erfüllt die qualitativen Anforderungen moderner BU-Verträge.
Geprüft werden unter anderem:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung

  • Prognose- und Rückschau-Regelung (6-Monats-Maßstab)

  • Nachversicherungsgarantien

  • Definition des zuletzt ausgeübten Berufs

  • Nachprüfungsregelungen

  • Spezielle Klauseln, beispielsweise bei Dienst- oder Arbeitsunfähigkeit

Erst nach qualitativer Vorauswahl geeigneter Tarife folgt die Risikoprüfung zunächst bei 3 bis 5 Anbietern.

3. Vor Antragstellung: Strukturierte Risikovoranfrage

Versicherer prüfen bei Antragstellung den Gesundheitszustand umfassend. Anzeigepflichtige Vorerkrankungen, unüberlegte oder parallele Antragsstellungen führen in vielen Fällen zu schlechteren Bedingungen oder gar einer Ablehnung des Versicherungsschutzes. Zudem ist der Versicherungsschutz im Leistungsfall massiv gefährdet.

Unvollständige oder unzutreffende Gesundheitsangaben können erhebliche rechtliche Folgen haben.
Neben Rücktrittsrechten nach § 19 VVG kommt bei arglistiger Täuschung auch eine Anfechtung in Betracht – die gesetzliche Höchstfrist hierfür beträgt zehn Jahre..

Das heute in der Praxis weit verbreitete Verfahren der anonymen Risikovoranfrage wurde Anfang der 2000er Jahre von Helge Kühl entwickelt und hat sich als Vorgehensweise zur Vorprüfung vor Antragstellung in der Praxis durchgesetzt.

Im Mittelpunkt stand die strukturierte medizinische Aufbereitung vor Antragstellung – ein Ansatz, der sich in der Praxis als entscheidend für die Versicherbarkeit erwiesen hat.

Gesundheitsfragen sind nicht standardisiert

Die vorvertragliche Anzeigepflicht (§ 19 VVG) bezieht sich ausschließlich auf die konkret vom jeweiligen Versicherer schriftlich gestellten Fragen.

  • der abgefragten Zeiträume (ambulant, stationär, psychische Vorerkrankungen)
  • der Formulierung der Fragestellung
  • der Frage, ob sämtliche Beschwerden und Funktionsbeeinträchtigungen oder nur ärztlich behandelte Erkrankungen anzugeben sind

    Pauschale Abfragebögen  werden diesen Unterschieden regelmäßig nicht gerecht.

Eine strukturierte Risikovoranfrage berücksichtigt daher stets die konkreten Fragen des jeweiligen Versicherers.

Definition: Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?

Eine anonyme Risikovoranfrage ist ein strukturierter Vorprüfungsprozess, bei dem medizinische Sachverhalte systematisch anonymisiert aufbereitet und vor Antragstellung von ausgewählten Versicherern bewertet werden – ohne personenbezogene Einmeldung in zentrale Informationssysteme oder anderweitige Nachteile für Sie.

Auf dieser Grundlage wurden in den vergangenen Jahrzehnten über 10.000 strukturierte Risikovoranfragen begleitet. Erst nach verbindlicher Einschätzung der Versicherbarkeit erfolgt eine Antragstellung.

Risikoprüfung ist keine Formalität

Die Risikoprüfung erfolgt auf Grundlage der eingereichten Gesundheitsangaben.
Sind diese unvollständig, unstrukturiert oder medizinisch nicht nachvollziehbar aufbereitet, ist eine sachgerechte Beurteilung kaum möglich.

Da die Risikoprüfung auf individueller medizinischer Bewertung beruht, werden in der Praxis identische Sachverhalte meistens unterschiedlich eingeschätzt werden. Umso wichtiger ist eine strukturierte und vollständige Aufbereitung der Krankenhistorie.

Sie dient dazu,

  • dem Risikoprüfer eine fachlich belastbare Entscheidungsgrundlage zu liefern,

  • eine belastbare Einschätzung für die spätere Antragstellung zu schaffen und

  • die Stabilität des Vertrages im Leistungsfall abzusichern.

Eine sorgfältige Vorbereitung ist daher kein formaler Zwischenschritt, sondern elementarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Absicherung.

Systematische Aufarbeitung von Krankenhistorien (ICD-Analyse)

Die Qualität einer Risikovoranfrage hängt von der Aufarbeitung der Gesundheitsdaten ab. Allein das Anfordern von Patientenakten oder das bloße Weiterleiten von ICD-Diagnoseschlüsseln genügt den Risikoprüfern bei den Versicherungsgesellschaften nicht.

Die strukturierte medizinische Aufbereitung umfasst insbesondere:

  • Anforderung der Krankenhistorie
  • „Entschlüsseln“ der sogenannten ICD-Codes
  • chronologische Strukturierung von Behandlungs- und Beschwerdeverläufen
  • Klärung fehlerhafter oder unklarer Diagnosen
  • medizinisch nachvollziehbare Zusammenfassung für die Risikoprüfung

Nur auf dieser Grundlage kann ein Risikoprüfer den tatsächlichen Gesundheitszustand fachgerecht bewerten.

Unvollständige Risikovoranfragen können dazu führen, dass der Versicherer die Annahmeentscheidung bei der tatsächlichen Antragsstellung abändert oder Sie komplett ablehnt. Ohne saubere ICD-Aufbereitung ist eine Risikovoranfrage nicht belastbar. Dementsprechend sollte man die Risikovoranfragen bereits sorgfältig aufbereiten. Wir helfen Ihnen hierbei.

Ein kleiner, aber wichtiger Tipp: Füllen Sie die Unterlagen bitte möglichst gut leserlich und nachvollziehbar aus. Unsere Erfahrung zeigt, dass Risikoprüfer deutlich fairer und präziser entscheiden können, wenn sie die Angaben zu Ihrer Krankengeschichte klar verstehen. Je verständlicher Ihre Angaben sind, desto besser lässt sich Ihre Situation richtig einordnen.

Im nachfolgenden Clip erklären wir den richtigen Weg zum passenden BU-Vertrag

4. Spezialisierung auf Leistungsfall & Berufsbildanalyse

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bewährt sich im Leistungsfall.

Entscheidend ist nicht allein die zeitliche Verteilung einzelner Tätigkeiten, sondern die Frage, ob zentrale berufliche Fähigkeiten krankheitsbedingt so eingeschränkt sind, dass die Tätigkeit in ihrer Struktur und Qualität nicht mehr sinnvoll ausgeübt werden kann.

Die berufsbildbasierte Leistungsanalyse umfasst:

  • strukturierte Erfassung der tatsächlichen Arbeitsprozesse in Form eines durchschnittlichen Stundenplans
  • Analyse von Kernkompetenzen und Verantwortungsbereichen
  • Bewertung qualitativer Leistungsanforderungen
  • Abgleich zwischen Krankheitsbild und beruflicher Funktionsfähigkeit

Gerade bei akademischen, leitenden oder selbstständigen Tätigkeiten ist diese Differenzierung maßgeblich.

Risikovoranfragen auch bei anderen Versicherungen wichtig

Risikovoranfragen bieten wir Ihnen auch im Bereich der

Was kostet der Service?

Wir als Versicherungsmakler arbeiten erfolgsabhängig. Kosten, Gebühren oder gar ein Honorar werden Ihnen daher von uns nicht gesondert in Rechnung gestellt. Als Versicherungsmakler erhalten wir bei Abschluss eines Versicherungsvertrages nach handelsüblichem Gebrauch eine Courtage vom Versicherungsunternehmen. Wichtig: Die Versicherungsbeiträge ändern sich für Sie dadurch nicht, da die Gesellschaften anfallende Abschlusskosten in die Beiträge von vornherein einkalkulieren. Wir verdienen also nur dann, wenn wir wirklich gut sind, heisst: Einen für Sie passenden Versicherungsschutz finden, Sie diesen ebenfalls für geeignet halten und den Vertrag dann über uns abschließen. Wir finden, dass zeigt unsere jahrelange Erfahrung, dass dieses Modell für beide Seiten die fairste Lösung ist. Sie gehen so keinerlei Risiko ein.

Fachliche Einordnung

Risikovoranfrage bei BuForum24
Der Beratungsansatz wurde u. a. von unabhängigen Medien und Institutionen aufgegriffen, darunter Finanztest, Ökotest, Finanztip und der Bund der Versicherten.