Navigation
- Alternativen
- Angebotsanforderung
- Auswahlkriterien
- Bedarfsermittlung
- Fallbeispiele
- Formularcenter
- Fragen und Antworten
- Leistungsangebot
- Podcasts
- Presseberichte
- Risikovoranfrage
- Team
- Kontakt
- Haftung
- Impressum
Experten für Berufsunfähigkeitsversicherung informieren
Weitere Podcasts zur Berufsunfähigkeitsversicherung


Bedarfsermittlung bei Kindern / Schülern bis 15 Jahre
Brauche ich als Kind/ Schüler überhaupt eine Absicherung und wenn ja, welche?
Diese Zahlen mögen manchen doch überraschen: Das Risiko einer dauerhaften Schwerbehinderung ist bei Kindern und Jugendlichen in weit über 90 % der Fälle auf Krankheiten und nur zum Rest auf Unfälle zurückzuführen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Schwerbehindertenstatistik Kinder und Jugendliche 2003
veröffentlicht in Zeitschrift FINANZtest; Heft 1/2007
Nicht anders sieht es mit der Risikoverteilung bei der späteren Aufnahme einer Berufstätigkeit aus. Auch hier überwiegt das Krankheitsrisiko deutlich.

Das insbesondere auch psychische Erkrankungen bei Schülern auf dem Vormarsch sind, zeigte eine Studie der DAK aus dem Jahre 2011. So soll danach bereits jeder 3. Schüler in Deutschland an depressiven Stimmungen leiden (vgl. auch Artikel in der Süddeutschen Zeitung) .
Unser Rat
Das Risiko, dauerhaft einer Tätigkeit nicht mehr nachgehen zu können, kann jeden treffen. Ob nun überhaupt ein derartiger Versicherungsschutz benötigt wird, hängt von der persönlichen Situation ab. Zunächst ist es daher wichtig, den Versicherungsbedarf zu ermitteln. Als Schüler genießen Sie Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung während des Besuches von berufs- oder allgemeinbildenden Schulen. Wie Sie der Leistungsübersicht der gesetzlichen Unfallversicherung entnehmen können, sind die Leistungen selbst bei 100 % Invalidität eigentlich nicht ausreichend und decken auch nur den Unfall ab. Das Krankheitsrisiko ist über die gesetzliche Unfallversicherung daher ebenso wenig versichert wie das Unfallrisiko in der Freizeit. Daher sollte sowohl das hohe Krankheits- als auch das Unfallrisiko privat abgesichert werden. Einige Hundert Euro abzusichern bringt aus unserer Sicht allerdings meist nicht sonderlich viel, da das Kind sich später im Zweifel damit nur um seine gesetzliche Mindestabsicherung (Hartz IV) bringen würde. 850 € bis 1.000 € Rente sollten es aus unserer Sicht zum Start mindestens sein, damit eine Absicherung auch Sinn macht. Einen Podcast zum Thema können Sie sich übrigens hier anhören.
Das Problem
Kinder bzw. Schüler üben eigentlich gar keinen Beruf aus. Von daher bieten die meisten Anbieter auch keinen oder keinen ausreichenden Berufsunfähigkeitsschutz an. Es gibt nur einige Anbieter, die Schülern eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer so genannten Schuldienstklausel (meist ab 7 Jahren) anbieten. Die Rente gibt es hier -vereinfacht ausgedrückt- dann, wenn das Kind dauerhaft nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen kann. Ein Kind, das im Rollstuhl am Schulunterricht teilnehmen kann, erhält daher keine Rente. Allerdings beschränken diese Anbieter ihre Leistungen auf 750 € bzw. 1.000 € Monatsrente. Eine Beitragsdynamik bzw. Leistungsdynamik ist bei beiden Anbietern ebenfalls nicht vorgesehen, so dass sich der Versicherte doch ganz schön dem Inflationsrisiko aussetzt. Außerdem können die Überschüsse nicht mit den Beiträgen verrechnet werden, sondern fließen in Fonds. Der zu zahlende Beitrag steigt hierdurch - bei dieser From der Geldanlage ist man dann auch nicht sonderlich flexibel. Von daher stehen wir diesen Angeboten kritisch gegenüber. Vorteilhaft wäre nur, dass der Schutz bereits für Kinder ab 7 Jahren möglich ist und bei einer späteren Aufnahme einer Berufstätigkeit ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine herkömmliche Berufsunfähigkeitsversicherung umgewandelt werden kann.
Welche weiteren Möglichkeiten gibt es für Kinder bzw. Schüler bis 15 Jahre?
Neben herkömmlichen privaten Kinderunfallversicherungen gibt es auch sogenannte Kinderinvaliditätsversicherungen. Sinnvoll ist der Schutz insbesondere für Kinder unter 15 Jahren, da das hohe Krankheitsrisiko mitversichert ist. Nachteilig kann sich auswirken, dass angeborene Krankheiten von den meisten Anbietern oftmals in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen werden oder es werden im Antrag Fragen nach Vorerkrankungen gestellt und dann werden diese nicht versichert. Ebenso werden auf Drogen und Trunkenheit zurückzuführende Erkrankungen bzw. psychische Leiden (z.B. Neurosen, Psychosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen) von vielen kaum in den Schutz einbezogen. Die Leistung gibt es meist ab einem Grad der Behinderung von 50 %. Ein wichtiges Qualitätskriterium ist dabei auch, ob der Bescheid des Versorgungsamtes ausreicht, um den Leistungsfall festzustellen oder ob der Versicherer dies selbst prüft. Auf die Ausschlüsse und Leistungsvoraussetzungen in den Versicherungsbedingungen sollte daher genau geachtet werden. Nach einer Untersuchung der Zeitschrift FINANZtest (Ausgabe 1/2007) kostet die Absicherung von 1.000 € Monatsrente bei empfehlenswerten Anbietern zwischen 340 € und 471 € pro Jahr. Nur sehr wenige Versicherer bieten Kindern beim Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung an, den Schutz später ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung (zu den dann geltenden Tarifen und Bedingungen) umwandeln zu können. Gerne stellen wir auch bei Kinderinvaliditätsversicherungen empfehlenswerte Angebote zusammen und können auch bei einer Reihe dieser Anbieter zunächst Riskovoranfragen starten. Diese können Sie hier anfordern.
Alternative Multirente der Janitos
An dieser Stelle verweisen wir auf unsere umfangreiche Darstellung zu dieser neuen Absicherungsmöglichkeit. Die Janitos gewährt bereits ab frühem Alter Schutz. Diese Absicherungsform ist dann interessant, wenn das Ergebnis unserer Vorabrecherchen ergeben hat, dass der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung aufgrund des Gesundheitszustandes zu akzeptablen Konditionen nicht möglich ist. Eine Alternative wäre diese Versicherungform dann, wenn bewußt Lücken im Versicherungsschutz in Kauf genommen werden müssen, weil der Versicherungsbeitrag für die Kinderinvaliditätversicherung aktuell nicht finanzierbar ist.
Alternativen: Grundfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherung
Eine weitere Alternative wäre die Absicherung gegen schwere Erkrankungen oder die Absicherung über eine Grundfähigkeitsversicherung, wie sie die Canada Life anbietet. Allerdings sind die Hürden, um an Versicherungsleistungen zu kommen, recht hoch und der Schutz nicht wirklich günstig. Beitragsbeispiel: Für eine Leistung von 100.000 € bei schwerer Krankheit zahlt ein 16-jähriger Nichtraucher einen Monatsbeitrag von 30 €. Für eine Grundfähigkeitsrente von 1.000 € im Monat müsste er 24,10 € (Schutz besteht dann bis Endalter 65) im Monat zahlen. Ein 16-jähriges Mädchen zahlt bei der Canada Life für den gleichen Grundfähigkeitsschutz monatlich 28,25 € (Stand jeweils April 2009). Von daher stehen wir diesen Angeboten eher skeptisch gegenüber.
Unser Rat
Es ist wichtig, bereits Kinder ausreichend gegen dauerhafte Folgen von Kranheiten und Unfällen abzusichern. Dazu bietet sich zunächst der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung an. Ist das Kind dann irgendwann 15 Jahre alt, sollte auf eine geeignete Berufsunfähigkeitsversicherung zurückgegriffen werden. Der Schutz hat aber auch seinen Preis. So sind gut 30 bis 40 € pro Monat bei einer Monatsrente von 1.000 € zu zahlen. Gerne sind wir Ihnen bei der Ausarbeitung entsprechender Alternativen behilflich.

